Gravel

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Ein Gravelbike sieht aus wie ein Rennrad, fährt sich auf Asphalt fast so – und hat Platz für breite, profilierte Reifen, mit denen Schotter, Waldwege und schlechter Belag zur Strecke statt zum Hindernis werden. Sportlich, vielseitig und oft mit Aufnahmen für Gepäck. Hier findest du Gravelbikes ohne Motor für Touren, Bikepacking und den zügigen Arbeitsweg.

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Zwischen Rennrad und Mountainbike – und mehr als ein Kompromiss

Das Gravelbike ist aus einer einfachen Beobachtung entstanden: Die schönsten Strecken enden selten dort, wo der Asphalt endet. Ein Rennrad wird auf Schotter unruhig, ein Mountainbike ist auf der Straße träge. Das Gravelbike nimmt vom Rennrad den Rennlenker, die sportliche Sitzposition und das geringe Gewicht, und vom Mountainbike den Platz für breite Reifen, die Scheibenbremsen und die robuste Übersetzung. Was herauskommt, ist ein Rad, das auf einer Feierabendrunde Asphalt, Feldweg und Waldpfad verbindet, ohne dass du vorher planen musst.

Der Rennlenker ist dabei mehr als ein Stilelement. Er bietet drei Griffpositionen – oben, an den Bremsgriffen, im Unterlenker – und damit auf langen Strecken Abwechslung für Hände und Rücken. Auf Schotterabfahrten gibt der Unterlenker Kontrolle, auf der Straße bringt die gestreckte Haltung Tempo.

Reifen: der wichtigste Unterschied

Der Reifen entscheidet, wo ein Gravelbike zu Hause ist. 35 bis 40 Millimeter Breite rollen auf Asphalt noch leicht und sind auf festem Schotter ruhig – der Allround-Bereich. 42 bis 50 Millimeter bringen auf losem Untergrund, im Wald und bei Nässe deutlich mehr Grip und Komfort, kosten auf der Straße aber etwas Tempo. Mit niedrigem Luftdruck schlucken breite Reifen Unebenheiten, die auf dem Rennrad jede Fuge spürbar machen.

Der Rahmen gibt vor, was maximal passt – die Angabe „Reifenfreiheit“ im Datenblatt ist deshalb eine der wichtigsten. Wer überwiegend Straße fährt, wählt schmaler; wer im Wald unterwegs ist, breiter. Tubeless-Bereifung ohne Schlauch ist im Gravel-Bereich verbreitet, weil sie niedrigen Druck ohne Durchschlaggefahr erlaubt.

Gravelbikerin fährt über eine Wiese zwischen Bäumen im Abendlicht

Geometrie und Sitzposition

Gegenüber dem Rennrad ist das Gravelbike etwas entspannter gebaut: längerer Radstand für Laufruhe auf Schotter, flacherer Lenkwinkel für Kontrolle bergab, höheres Steuerrohr für eine weniger tiefe Haltung. Das macht das Rad auf langen Tagen bequemer und in unübersichtlichem Gelände sicherer. Wer sportlich sitzen will, findet auch Gravelbikes mit rennradnaher Geometrie; wer Bikepacking und Reisen plant, eher die aufrechteren Modelle.

Schaltung, Bremsen und Anbaupunkte

Die meisten Gravelbikes fahren eine Einfach-Schaltung: ein Kettenblatt vorn, eine breite Kassette hinten. Das ist einfach, robust und auf Schotter weniger anfällig für Kettenabwürfe; die Sprünge zwischen den Gängen sind dafür etwas größer. Zweifach-Schaltungen bieten feinere Abstufung und passen zu allen, die viel Straße fahren. Scheibenbremsen sind Standard und bremsen bei Nässe und Schlamm zuverlässig.

Ein Gravelrahmen hat üblicherweise Gewinde für zwei bis drei Flaschenhalter, oft auch für Rahmentaschen, Schutzbleche und Gepäckträger. Für Reisen und Bikepacking sind diese Anbaupunkte entscheidend – passende Rahmentaschen und Lenkertaschen findest du im Zubehör.

Gravelbike auf einen Blick

Typische Werte, die sich je nach Modell unterscheiden.

  • etwa 35 bis 50 mm Reifenbreite
  • Rennlenker, oft ausgestellt Lenker
  • meist 1-fach Schaltung
  • Scheibenbremsen Bremsen
  • Flaschen, Taschen, Träger Anbaupunkte

Gravel, Allroad oder Rennrad?

Fährst du fast nur Asphalt und willst möglichst leicht und schnell sein, nimm ein Rennrad. Fährst du überwiegend Straße mit etwas Schotter, ist ein Allroad Bike der schmalere Zwilling des Gravelbikes. Kommt regelmäßig Wald, Feldweg und loser Untergrund dazu, ist das Gravelbike das vielseitigere Rad. Und wer den Berg mit Unterstützung fahren will, findet beim E-Gravelbike dieselbe Bauart mit Motor.

Bikepacking und Reisen mit dem Gravelbike

Das Gravelbike hat das Reisen mit dem Rad verändert: Statt Gepäckträger und vier Taschen fährt man mit Rahmentasche, Lenkerrolle und großer Satteltasche – leicht, schmal, geländetauglich. Für ein Wochenende reichen 20 bis 30 Liter Gepäck in dieser Form; für längere Touren kommen Gabeltaschen und ein leichter Träger dazu. Die Anbaupunkte des Rahmens entscheiden, was möglich ist. Wer plant, so zu reisen, achtet beim Kauf auf Gewinde an Gabel und Oberrohr, auf drei Flaschenhalter-Aufnahmen und auf Reifenfreiheit für breite Reifen. Passende Rahmentaschen, Satteltaschen und Packsäcke findest du im Zubehör.

Pflege nach Schotter und Regen

Schotter, Staub und Nässe setzen dem Antrieb zu. Nach staubigen Fahrten die Kette abwischen und mit Trockenschmierung oder Wachs behandeln, nach nassen mit Nassöl; alle paar Wochen den Antrieb mit Entfetter reinigen. Die Kette ist auf Schotter früher fällig als auf der Straße – eine Verschleißlehre lohnt sich. Tubeless-Dichtmilch trocknet ein und wird alle drei bis sechs Monate nachgefüllt. Bremsbeläge verschleißen im Schlamm schnell; zweimal im Jahr ansehen. Und die Steckachsen gelegentlich lösen, säubern und mit etwas Fett wieder einsetzen, damit sie sich nach dem Winter noch bewegen. Mittel und Werkzeug stehen bei der Pflege.

Welche Rahmengröße?

Beim Gravelbike entscheidet die Sitzposition über Komfort und Kontrolle. Schick uns deine Maße und dein Wunschmodell – wir sagen dir, welche Größe passt.

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